leu präsentiert heute seinen webauftritt aus dem jahre 2000. das hat mich daran erinnert, dass ich damals auch bereits online war. und genau am 7. februar 2000 ging ich mit dieser domain "auf sendung".
leu sagt über seine 2000er-site, dass er sie noch heute gelungen und minimalistisch findet. das kann ich von meiner nun wirklich nicht behaupten, spass macht der rückblick aber auf jeden fall. das ist für mich auch grund, nicht nur eben jene startseite, sondern eine ganze menge vom alten zeug weiterhin online zu haben. natürlich gibt es öfters mal ein paar löcher, aber über den index der alten seiten finden sich noch immer einige ganz witzige homepage-verbrechen.
ja, das ist der terry richardson. der fotograf, der für meinen geschmack öfters auch mal grenzwertige bilder schiesst. nun hat er also einen blog, der sinnigerweise den titel terrys diary trägt. hat natürlich schon einige coole shots dabei, so wie der oben mit jason, ein anderer mit kirsten, oder mit jon oder mit anthony. dazwischen hat's auch ein paar, sagen wir seltsame, bilder mit dabei. gut möglich, dass ihm das bloggen von seiner psychiaterin aufgetragen wurde. nicht dass ihr nachher sagt, ich hätte euch nicht gewarnt.
weil immanuel via facebook ein wenig dafür wirbt, bin ich auf sein project 365 - zlakfoto gestossen.
so wie's ausschaut hat er sich zum neuen jahr den vorsatz genommen, jeden tag ein bild ins netz zu stellen. die ersten 11 tage sind schon mal geschafft, und bis jetzt bleibt er hartnäckig. ich bin auf jeden fall auf die 354 verbleibenden bilder gespannt.
fleissige besucher der foto-galerie auf dieser page haben es womöglich bereits bemerkt: die bilder sind seit kurzem auf flickr ausgelagert. dies hat verschiedene gründe: dort kann ich die bilder in der originalversion zeigen, der speicherplatz ist nicht beschränkt, gewisse zugangsbeschränkungen sind möglich. der letzte punkt betrifft nun vor allem die stammbesucher. denn während bilder von autos, bergen und fussballspielen weiterhin für alle zugänglich sein werden, wird man für privatere knipsereien in zukunft in meiner flickr-contact-list sein müssen. das bedeutet, dass man einen flickr-account dafür braucht. der ist einfach einzurichten, gratis und echt praktisch, weil man pro monat bis 100mb an fotos und videos hochladen kann. flickr
dank eines bildes von otis redding, das lkm auf seinem blog gezeigt hat, bin ich auf den blog the impossible cool gestossen.
der superschlicht gehaltene tumblr-blog hat es sich zur aufgabe gemacht, schwarzweiss-aufnahmen von den coolen hunden dieser welt zu sammeln. da gibt es fantastische bilder von marvin gaye, cary grant, pablo picasso und natürlich steve mcqueen. auch john newman und james dean dürfen nicht fehlen. eine sehr simple idee also, aber so wunderbar umgesetzt, dass man sich einfach durch die seiten klicken muss.
vergessen hat der unmöglich coole blogger einen mann, der enzo ferrari das fürchten lernte. ferruccio lamborghini. hier zwei bilder, die vielleicht passen würden:
grundsätzlich, so finde ich, gibt es viel zu wenige blogs von frauen. und die, die es gibt, sind sehr oft nichts weiter denn online-selbsttherapie-versuche, die in der regel mit übelstem esoterikschrott angereichert werden. dagegen ist nichts zu sagen, aber es lesen möchte ich dieses zeug nicht. dank einem link von jeremy bin ich auf eine bloggende frau namens mirjam gestossen. ihr blog nennt sich vollmundig "chic und schlau", was in mir dann aber doch die neugier weckte. bald musste ich herausfinden, dass es dabei scheinbar nur darum geht, dass kommentierende (praktisch ausnahmslos weiblich) den kleiderstil der bloggerin und ihr äusseres loben. so eine art institutionalisiertes online fishing for compliments. sie stellt dafür regelmässig bilder von sich in den neusten textilen errungenschaften rein. dazwischen beantwortet sie aber auch einmal persönliche fragen. und genau darüber bin ich gestolpert. in einem dieser antwort-beiträge erwähnte sie, dass sie leider der svp (ihrer bevorzugten partei) noch nicht beigetreten sei. auch dagegen ist an sich nichts zu sagen, doch hier zeigten sich nun die kommentierenden nicht mehr so begeistert. und zack - war die svp-geschichte gelöscht.
mir scheint, statt chic und schlau könnte sich der blog auch eingebildet und kritikunfähig nennen. an oberflächlichkeit ist der blog sowieso kaum zu überbieten. schade, denn auch dieses thema gäbe bestimmt mehr her.
deshalb hier noch ein anruf an angehende bloggerinnen: haut in die tasten und zeigt der blogosphäre, dass ihr mehr könnt als nur über kleidchen und it-girls tratschen.
ich muss sagen, jegliche art von sozialen netzwerken und den in mode gekommenen networking events haben auf mich eine abschreckende wirkung. ich bin da irgendwie skeptisch, was auch meine lange anhaltende zurückhaltung bezüglich einer mitgliedschaft bei facebook ein wenig erklärt. woher diese abneigung stammt weiss ich eigentlich nicht genau, aber sie ist auf jeden fall da. und sie ist irgendwie auch der grund dafür, dass ich noch nie an einem bloggertreffen teilgenommen habe. ok, da waren die watashi.meetings, aber das war irgendwie anders. btw: sowas könnten wir wieder mal machen, oder nicht?
lange rede, kurzer sinn: ich war zum ersten mal an einem nach dem barcamp-prinzip durchgeführten blogcamp dabei. so um die 100 leute waren wohl da und die themen war gar nicht so uninteressant. kurz zum system, das ja eigentlich eben genau keines ist: es gibt slots von 45 minuten (streng genommen wären sie sogar ohne zeitbeschränkung, was schweizer scheinbar nicht mögen), die am morgen bei der introsession an vortragswillige vergeben werden. an der eth zürich standen dem blogcamp fünf unterschiedlich grosse räume dazu zur verfügung.
als erstes sah ich mir den vortrag von clemens bartlomé an (übrigens mit prezi gemacht), der über das web 2.0 und den damit zusammehängenden weg aus der krise sprach. er zeigte auf, dass gerade in krisensituationen innovationen zentral sind. weil man im web eine hohe vernetzung der teilnehmer hat und einen hohen anteil an open-source-programmen hat, ist der finanzielle aufwand gering. man braucht ausserdem wenig personal und auch die grösse infrastruktur hält sich in grenzen. clemens betonte also vor allem die flexibiität von kleinen, einfallsreichen startups, die seiner meinung nach bezüglich innovationen noch stärker gefördert werden sollten.
es folgte ein vortrag von dominik allemann und (den namen weiss ich nicht mehr), der sich um kommentare in blogs drehte. als aufhänger wurde natürlich gesagt, man erfahre, wie man mehr kommentare erhalten könne. doch, bei mir stellte sich leise enttäuschung ein, etwas wirklich neues hatten die beiden nicht zu bieten. man solle den kommentierenden keine hürden in den weg legen, die kommentare sofort veröffentlichen, immer reagieren und auch selbst kommentieren. provokation, konkretes fragen oder fordern seien auch mittel, die aber auch kontraproduktiv wirken können. naja, so weit, so bekannt. immerhin weiss ich nun, dass scheinbar niemand weiss, welche blogbeiträge besonders viele kommentare anziehen. interessant war, dass aktuell viele blogger mit diesen werbekommentatoren zu kämpfen haben, die sich sogar die mühe machen, einen art content-bezogenen satz zu hinterlassen.
das dritte referat wurde von hagen graf zum thema drupal gehalten. da ich davon absolut keine ahung hatte, liess ich mich überraschen. scheint eine gute alternative zu joomla oder typo3 zu sein.
dann hatte ich genug und verzichtete auf de noch anstehenden vierten vortrag, auch weil mich kein thema so recht begeistern konnte. begeistert sind die blogcamp-teilnehmer offenbar von apple-produkten, insbesondere vom iphone. noch nie habe ich eine solche dichte von geräten mit dem apfellogo gesehen. die grösste überraschung gab es für mich gleich am morgen. der autor des von mir gerügten schrägen blogs "gedankenblitze" sprach mich auf meinen beitrag an. er habe auf meine konstruktive kritk reagiert und sehe nun vom gebrauch von fett geschriebenem mitten im text ab.
insgesamt war das eine spannende wenn auch nicht revolutionäre sache. cool war vor allem, neue blogger einmal persönlich kennenzulernen. gut möglich, dass ich nächstes jahr wieder hingehe. besten dank an peter hogenkamp und die hasler stiftung. letztere kam als einziger sponsor u.a. für die raummiete auf.
der anteil blogs, die tatsächlich etwas kreieren wird immer kleiner, jener der copy/paste-fraktion immer grösser. so jedenfalls mein gefühl. da tut es doch gut, einen blog wie den vom keks zu lesen. die stimmen aus der kayxdose ertönen dabei viel zu selten. kostprobe gefällig?
Lässt man Kekse offen rumliegen, werden sie trocken, bröseln und zerfallen zu Staub. Bewahrt man sie in einer Dose auf, am besten zusammen mit einem Apfelschnitz (ich befürchte hier differiert das gute Deutsch wieder ganz massiv von Land zu Land, heisst das bei euch tatsächlich "Spalte"?), dann bleibt das Gebäck nicht nur länger knusprig, sondern tatsächlich geniessbar.
sowas mag ich gerne. also nicht die apfelspalten, sondern eben diese art des textens.
eigentlich klingt der untertitel ja vielversprechend: alles was berührt. doch tou.ch hat wenig mit gefühlen und viel mit billigem boulevard zu tun. es geht um castingsshows, models und hakan yakin. da wirkt es mehr wie ein feigenblatt, dass der autor sich immer wieder für die seit langem verschwundene madeleine einsetzt. zwischen all den promi-meldungen mag man ihm das mitgefühl nicht so recht abnehmen.
Beim Auftakt zu ihrer neuen Tournee zeigte sich Sarah Connor ganz sexy und durchtrainiert.
das ist ja auch das, was einem bei einem concert interessiert. gähn. ich denke, der blog ist eine ziemliche geldmaschine. bei google liegt man mit solchen news sicher weit oben und der aufwand bleibt mit copy/paste recht klein. mich überrascht einzig, dass es neben 20min und blick und dem anderen schrott noch leute gibt, die sich die mühe machen und einen eigenen blog zu solchen boulevard-themen führen.
keine ahnung, was sich dahinter verbirgt, aber autoblog.com plant offensichtlich etwas im webvideo bereich. die erste episode soll ab 4. märz verfügbar sein. der trailer sieht abgesehen von einem hässlichen weissen vw-cabrio schon mal hinreissend aus. ich bin ja mal gespannt.
als nur auto- und ab und zu töfffahrer staune ich oft ob der fahrzeugbeherrschung, die es für solch grosse dinger sicher braucht. dass neben dem stress im alltag noch zeit und vor allem lust bleibt, einen lesewürdigen blog zu betreiben mag erstaunen. irgendwie bin ich am sonntag auf diesen truckerleben-blog gestolpert.
und auch wenn er gesteht, das truck-fahren wegen des alleinseins als job gewählt zu haben, so lässt er uns doch ein bisschen an seinem alltag teilhaben. der blick vom automobilen hochsitz hat etwas für sich. ich jedenfalls bin gespannt auf neue beiträge.
diesen blog kenne ich schon eine weile. immer wieder veröffentlicht der autor artikel, die so extrem für das auto und dessen fahrer partei ergreifen, dass sogar ich es als störend empfinde. sein feindbild sind umweltschützer, bussenkataloge und natürlich die raser. gerade gestern hat er einen beitrag verfasst, in dem er sich über die mit volllicht fahrenden leute aufregt. das erstaunliche daran ist, wer eben diese nicht abblendenden fahrzeuge steuert:
Meine Beobachtungen haben gezeigt, dass es sich bei diesen Sündern meist um Leute mit alten, ungepflegten Kleinwagen handelt, also wahrscheinlich um Grüne, die meinen dass sie damit noch etwas für den Umweltschutz tun.
aha! wer sich also bislang gefragt hat, wie man einen grünen in der nacht erkennt: nun wissen wir es. dieser und andere seltsame posts erfüllen die einteilung in die kategorie "schräge blogs".
normalerweise mache ich bei diesen stöckchen-dingern nicht mit. bei misto hab ich heute aber was witziges entdeckt:
grab the nearest book.
open it to page 56.
find the fifth sentence.
post the text of the sentence in your journal along with these instructions.
don't dig for your favorite book, the cool book, or the intellectual one: pick the closest.
gesagt, getan. in meinem falle war das dann der folgende satz:
Wenn am Jüngsten Tage jeder von uns einzeln und unvertretbar vor Gottes Angesicht tritt, um sich für eine einzigartige Lebensgeschichte zu verantworten, wird unter seinem zugleich durchdringenden und gnädigen Blick allen in gleicher Weise Gerechtigkeit widerfahren.
der satz entstammt dem buch ach, europa von jürgen habermas. es trägt den untertitel kleine politische schriften xi. nein, das ist nicht unbedingt meine bevorzugte literatur. aber für eine philoarbeit muss man da durch.
so, nun bin ich auf eure fünften sätze auf seite 56 gespannt.
lang, lang ist's her als mirko bei mir den orangen leonardo entdeckte. später wurde er mitglied der grossartigen watashi.crew. wie wir alle wissen, ging die geschichte irgendwann zuende. er bloggte weiter, wurde aber von meinem beitrag, weshalb man nicht bloggen sollte etwas aufgeschreckt. zudem fand er seinen namen nicht auf der liste mit möglichen blogs. deshalb machte er sich selbst gedanken, wie er sein web-hobby weiter pflegen sollte. herausgekommen sind nicht nur eine neue domain und ein neues design, aber auch eine inhaltliche fokussierung. im zentrum von bleuair.ch wird die aviatik stehen. in diesem sinne: guten flug, mirko!
und ähm, so ganz nebenbei... wär's nicht mal wieder zeit für ein watashi.meeting? im neuen jahr vielleicht?
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