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dieser september ist musikmässig defintiv der lieblingsmonat in diesem jahr. viele neue alben erscheinen, darunter mirage rock von band of horses. es scheint, als hätten die jungs nicht wenig "the eagles" und "the beach boys" gehört. was mir natürlich sehr gefällt. defintiv eine kaufempfehlung.
ach, wie war das früher einfach mit der provokation. brüste auspacken, hakenkreuze zeigen oder jemanden berühmtes beleidigen. das klappt in der schweiz nicht mehr so recht. und so geht das "konzept madonna" halt nur noch sehr beschränkt auf. so bekam das schweizer publikum gestern dann auch nur den blick auf denn immerhin noch tanga-bestückten hintern zu sehen. womit wohl eher voyeursgelüste befriedigt denn konservative herrschaften empört wurden.
was soll's, eigentlich war's ja ein konzert. ein konzert jedoch, dass man aufgrund bescheidener stimmung und auch nicht eben grossartiger stimme problemlos auch zuhause auf dvd hätte schauen können. zumal man als nicht 1,90 grosser besucher sowieso auf die riesigen lcd-screens angewiesen ist.
die dort gebotene show war dann auch wirklich grossartig, vor allem, was das tänzerische (sprich: akrobatische) element anging. was die zumeist männlichen dancers da anstellten, war echt beeindruckend und liess den teils überlauten sound in den hintergrund treten. und hey: wenn man ein dj-bobo-konzert wegen der show besuchen kann, kann man das ja auch mit einem madonna-gig tun, oder?
dazu muss man anmerken, dass eine bobo-show wohl kaum 129 chf für einen stehplatz verschlingt. doch die zahlungsbereitschaft hat anscheinend zusammen mit madonnas songqualität über die jahre eher abgenommen. so kam es, dass der auftritt im letzigrund bei weitem nicht ausverkauft war. auf dem schwarzmarkt waren dann vor dem stadion preise bis in die regionen von 10 chf (in worten: zehn franken!) zu hören. zehn stutz war das gebotene allemal wert, ich hatte fünfzig bezahlt. nur schon die bühne mit ihren arsenalen von lcd-screens, hebebühnen und falltüren. und wie gesagt waren da ja noch die tänzer, die auch mal eben eine slacklinesession oder ein paar schlangenmenschentricks einbauten.
Bang bang, shot you dead, shot my lover in the head.
ah, da haben wir's: mit dem dritten song schaffte frau ciccone dann doch noch das, was sie am liebsten tut: provozieren. im songtext nietet sie nicht nur ihren lover, sondern auch dessen ganze familie mal einfach so um. man munkelt, die referenz sei ihrem ex guy ritchie geschuldet. klar, dass die 54-jährige bei der performance da mit einer fake-kanone auf ihre tänzer schiessen muss. diese lassen sich dann spektakulärst fallen, um nur sekunden später erneut eine kugel einzufangen. besonders toll tut das jener, der sich auf die bühne abseilt. dazu gibt's grossformatig blutspritzer à la csi auf die schirme. immerhin wurde dieser sinnlose gewaltexzess also choreografisch schön abgehandelt. fast schon im tarantino-style. einige konzertbesucher schüttelten angewidert den kopf. für pfiffe langte es aber nicht. provokation also doch misslungen?
später am abend kam dann auch noch der erwartete support für pussy riot, die bekanntlich zwei jahre ins gefängnis gehen sollen. dies, weil sie "religiöse gefühle verletzt" haben sollen. in russland erreicht man mit provokation eben noch was. wenn auch nicht immer das, was man vielleicht hätte erreichen wollen. sei's drum, madonna wagte dann sogar ein paar offensichtlich nicht geplante worte ans sonst von ihr sträflich allein gelassene publikum. sie wolle die fffu gründen, die freedom fighters for unity. hier und jetzt in switzerland, weil wir ja neutral seien und so. mal sehen, was daraus wird.
musikalisch ragte übrigens die klassisch vorgetragene version von like a prayer über alles hinaus. aber wegen der musik war man ja auch nicht da.
somebody that i used to know von gotye feat. kimbra war nicht nur ein riesenhit, sondern auch vorlage für eine riesige menge von covervideos. die nicht immer ganz ernstgemeinten hommagen haben sich durch gotyes hand nun in einem einzigen video zusammengefunden. in zwei tagen hat es bei youtube über 1 million klicks. auf seinem blog zeigt er, aus welchen ausschnitten sich der clip zusammensetzt.
ehrlich gesagt habe ich nach dem gestrigen gasunfall nicht mehr gross lust auf das blue balls. trotzdem hier noch die videos vom konzert von stephan eicher:
beginn um 19:00? dann fängt das konzert ganz bestimmt nicht vor 8 uhr an. logisch, oder? ja, wenn da nicht mister springsteen wäre, der um 19:20 die bühne stürmt. also schnell das pizzastück runtergewürgt und nach vorne gestochen, man hat ja schliesslich ein "front field"-ticket ergattert. die preise sind ja inzwischen auch in surreale sphären eingetaucht: unglaubliche 178.- chf kostet der spass. ob ein konzert überhaupt so gut sein kann?
so beim dritten song bin ich dann tatsächlich im front field, das gar nicht so weit "in front" ist. naja, immerhin brauche ich keinen feldstecher. genial, wie der 62-jährige loslegt. gassenhauer, ältere perlen und neue stücke wechseln sich ab. nach einer gewissen "kennenlernphase" hat er das zürcher publikum fest im griff.
da gibt es keine farbigen bändchen, keine vorgruppe, kein feuerwerk, keine special effects, keine hebebühne, keine messages auf den grossen screens und keine spendenaufrufe. einfach nur straighten amerikanischen rock. nicht mal pausen zwischen den songs gibt es. das unglaubliche tempo ist auch nötig, wenn man eine solch riesige anzahl songs präsentieren möchte. locker und sehr sicher führt springsteen durch die show, die in gewohnter weise auch durch die vom publikum mitgebrachten song-titel-tafeln mitbestimmt wird. als "the boss" sich ein transparent mit dem song "working on a dream" aus der menge holt, wird es der band ganz anders. den song habe man ja ewig nicht mehr gespielt. doch nach kurzem austausch passt auch das wieder perfekt. nur der bass bei "born in the usa" und einige ungewollte rückkopplungen verhinderten ein akustisch perfektes erlebnis im letzi. auch das zürcher publikum steuerte einmal mehr das seinige zu einem wunderbaren rockabend hinzu.
nach 3 stunden und 25 minuten war ein grossartiges konzert zu ende, das ganz ohne zugaben auskam. doch nach einer derart langen und anstrengenden performance mochte man das dem star nachsehen. springsteen begeisterte mit seiner positiven art, die weit über das musikalische hinausging. am ende waren die 178 franken auf jeden fall bestens investiert.
erika and the bitterlins spielten gestern ein sehr überzeugendes konzert im solothurner kofmehl. die neuen songs machen vorfreude auf das album, das ende diesen monats erscheinen soll.
für das ausverkaufte konzert von erika and the bitterlins hätte ich noch ein ticket zu verkaufen. der auftritt morgen im solothurner kofmehl ist einer von nur drei dieses jahr (und überhaupt?). wer interesse hat, soll sich per mail oder twitter bei mir melden.
... kann von niemandem anders als tenacious d kommen. logisch oder? aber die hatten sich doch getrennt. hier die geschichte, wie es zum neuen sound kam.
via lkm
dieses ai se eu te pego von michel teló scheint ja jetzt schon als der sommerhit 2012 festzustehen. wer den titel nicht kennt, dem kommen vielleicht die worte "nossa, nossa" irgendwie bekannt vor. ansonsten hätte ich hier mal das original im video... gefolgt von parodien, zu denen der song offenbar besonders gut geeignet ist.
ob es so in zehn jahren ein revival geben wird? inwzischen hat sich der fanclub gemeldet, dass mit dem verschicken des legendären christmas package auch er nicht mehr ist. derweil hören wir den song, den michael stipe selbst seinen lieblingssong von r.e.m. nennt. country feedback. mit neil young 1998. gänsehaut.
heute gibt es in dieser kleinen serie jenen song zu hören, den ich immer gerne live gehört hätte. "hätte" weil er es leider nie in die setlist eines konzertes schaffte, dem ich beiwohnte. belong vom out of time album ist ein stück, das man nie am radio hört. schade eigentlich.
amadedotch: @SteffiBuchli gibt's die auch in "evil"? via Twitter
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